Spalier ist eine altehrwürdige Technik, die Obstbäumen beibringt, flach an einer Wand zu wachsen und so den Ertrag auf engstem Raum zu maximieren. Stadtgärtner, Landschaftsarchitekten und erfahrene Züchter loben gleichermaßen seine Fähigkeit, die Lichteinstrahlung, die Luftzirkulation und die Ästhetik des Obstgartens zu verbessern.
Die im römischen und ägyptischen Gartenbau verwurzelte Praxis wurde von mittelalterlichen europäischen Meistern zu einer Kunstform verfeinert. Auch heute noch ist Spalier eine praktische und nachhaltige Wahl, die Früchte in voller Größe liefert und dabei nur minimalen Platzbedarf erfordert.
Im Herbst liegt der Schwerpunkt auf der Vorbereitung des Spaliers auf die Winterruhe. Die richtige Pflege schützt nicht nur die Gesundheit der Bäume in den kalten Monaten, sondern bereitet die Pflanze auch auf kräftiges Frühlingswachstum und höhere Erträge im nächsten Jahr vor.
Im Folgenden finden Sie sieben evidenzbasierte Wartungsschritte für den Herbst, die jeder Spalierbesitzer befolgen sollte.

Der Herbst ist nicht die Zeit für einen größeren Schnitt. Wenn Sie zu viel entfernen, wird neues Wachstum gefördert, das vor dem Winter nicht aushärtet, was die Anfälligkeit erhöht. Ein leichter, korrigierender Rückschnitt – etwa drei bis fünf Knospen von den Enden entfernt – hält das Spalier sauber und verbessert die Licht- und Luftdurchdringung.
Identifizieren und entfernen Sie abgestorbenes oder beschädigtes Holz, Wasserspeier und alle Äste, die mit dem geplanten Plan in Konflikt geraten. Dies verhindert Energieverschwendung und die Ausbreitung von Krankheiten.

Im Herbst sind Zweige am flexibelsten. Verwenden Sie nicht scheuernde Bänder – Gartenschnur oder gepolsterter Draht –, um sie in der gewünschten Ausrichtung zu befestigen, ohne die Rinde zu zerschneiden. Raumbindungen, um Wachstum zu ermöglichen und sich an der natürlichen Flugbahn auszurichten.

Laubobstbäume werfen Blätter und alte Früchte ab, die im Winter Schädlinge und Krankheitserreger beherbergen können. Durch das Entfernen dieser Rückstände wird der Lebenszyklus schädlicher Insekten und Krankheiten unterbrochen und die Voraussetzungen für einen gesünderen Frühling geschaffen.

Überprüfen Sie Blätter, Blätterdach, Stamm und Rinde auf Flecken, Fäulnis, Schimmel oder austretenden Pflanzensaft. Untersuchen Sie es auf zerkautes Laub, Eier, Bohrlöcher, Krebsgeschwüre und Risse. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und schützt die zukünftigen Fruchttriebe.

Tragen Sie eine 5 cm dicke Kompostschicht rund um den Wurzelbereich auf und halten Sie sie dabei einige Zentimeter vom Stamm entfernt, um Fäulnis zu vermeiden. Mit Bio-Mulch – Holzspänen, Rinde, Stroh oder zerkleinerten Blättern – bedecken, um Feuchtigkeit zu speichern, den Boden zu isolieren und Unkraut zu unterdrücken.

Mulchen Sie vor dem ersten Frost, um die Bodenwärme und -feuchtigkeit einzuschließen. Für die Zweige drapieren Sie Frosttuch, Vlies oder Sackleinen über den Baum und befestigen Sie ihn; Der flache Wuchs erleichtert die Bedeckung.

Spalierstämme sind stärker ausgesetzt und anfälliger für Sonnenbrand – ein Phänomen der Rindenrissbildung, das durch warme Tage, gefolgt von kalten Nächten, verursacht wird. Verwenden Sie einen Stammschutz, eine Umhüllung oder verdünnte weiße Latexfarbe (1:1 Wasser), um die Rinde abzuschirmen. Dieser einfache Schritt schützt vor Sonnenbrand und Schäden durch Nagetiere.
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